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Tour #155106: X-Alp 2016 Roya Tal

Kategorie: Transalp
Italien » Ligurien , Italia - Francia (Piemonte-Savoia) , Ligurischer Grenzkamm » Seealpen » Roya Tal

Etappe 2: Am Fort Tabourde (1982m)

Stardreck on Tour 2016: Nach 10 Jahren wieder zurück im Roya Tal zum Biken. Ein lange auf der Agenda stehendes Projekt wird Wirklichkeit. Absolut klasse Gegend, einsam und verlassen. Die Trails können es mit dem Gardasee locker aufnehmen, im Roya Tal sind glücklicherweise nur nicht so viele Poser anzutreffen. Wir haben in der ganzen Woche eine weitere Bikergruppe getroffen. 

Hinweise: Übernachtung Standquartier in San Dalmas de Tende sehr zu empfehlen das Hotel Le Prieure (http://www.leprieure.org). Unbedingt Demi-Pension nehmen.

Zugkarten für das Royatal unter http://www.trenitalia.com/tcom-en. Biketransport ohne Problem.

 

Start in Italien in Borgo San Dalmazzo, die ersten beiden Etappen rüber nach Saint Dalmas de Tende im klassichen Transalp-Stil gefahren und dann dort unser Quartier für den Rest der Woche aufgeschlagen.

 

Tag 1: Borgo San Dalmazzo - Roaschia (31,7 Km / 851 Hm up / 674 Hm down)

Von unserem Startplatz sind wir durch die schöne Altsadt von Borgo San Dalmazzo gefahren und das Flußtal des Stura di Demonte eingerollt, bis es in dem Dörfchen Festiona links eine Fahrstrasse in Serpentinen bis zur Santuario della Madonna del Colletto hoch geht. Uphill ca. 550Hm. Auf dem Weg runter nach Valdieri bieten sich immer wieder Abkürzer auf dem Trail an, der die Serpentinen der Fahrstrasse abschneidet. Also: Asphalt vermeiden. In Valdiere sind wir in das Trockental des Flusses Gesso abgebogen und dann bis nach Roaschia durchgefahren. Als Übernachtung bietet sich die "Albergo Spada Reale" an. Einfach eingerichtet, aber eine super-nette Wirtin, ein vorzügliches 5 Gänge Menü, Wäscheservice und eiskaltes Bier auf der Terrasse. Biker, was willst du mehr.

 

Tag 2: Roaschia - Saint Dalmas de Tende (48,4 Km / 1837 Hm up / 1893 Hm down)

Noch immer mit komplett vollem Bauch haben wir uns nach einem tollen Frühstück auf den Weg gemacht. Der Passo di Tende als Höhepunkt des Tages steht auf dem Programm. Der Colla Goderia auf 1286m ist nach einer ersten Auffahrt von ca. 600Hm schnell erreicht. Das Ganze zieht sich dann nochmals ziemlich weglos bis auf ca. 1400 Hm bis man einen ziemlich verfallenen Wirtschaftsweg im ZickZack bergab nimmt. Dieser lustlos in den Hang geschlagene Feuerlöschweg geht dann alsbald in einen feinen Trail über, der am neu renovierten Weiler "Tetto Trumba" vorbeigeht. Von hier aus geht es ca. 500Hm hinunter bis nach Vernante wo man auf die Hauptstrasse hoch zum Passo di Tenda trifft. Diese fahren wir rechts hoch (es gibt keine vernünfitge alternative Route abseits der Strasse) bis nach Limone Piemonte, wo sich eine Mittagsrast vor dem Uphill auf den Col di Tende anbietet. 1000Hm liegen nun vor uns bis zum Fort Central. Die ersten Höhenmeter noch auf der Passtrasse biegen wir dann zwei Serpentinen nach dem Albergo Edelweiss nach rechts in Richtung des Skigebietes ab (nicht in den Tunnel). Irgendwann kann weiß man nicht mehr die wievielte Serpentine man nun gefahren ist, schwindlig wird einem aber nicht dabei - denn die Geschwindigkeit ist entsprechend niedrig. Irgendwann hat aber auch der Berg mal ein Einsehen uns gibt sich geschlagen. Man mündet an einem Informationszentrum über den Grenzverlauf während des ersten Weltkrieges. Scheint auch für Italiner sehr interessant zu sein. Ihre Autos parken zumindest hier oben alles zu. Nun geht es die ersten Kilometer auf der Ligurischen Grenzkammstrasse vorbei am Fort Central rüber zum Fort Tabourde. Dort startet das Highlight des heutigen Tages, der GR52A. 1200Hm feinster technischer Trail - ein Traum. Man mündet in Tende am Campingplatz, wir sind dann die Hauptstrasse zu unserem Quartier dem Hotel Prieure in Saint Dalmas de Tende runter gefahren.   

Tag 3: San Dalmas de Tende - Ligurischer Grenzkamm - Breil sur Roya - San Dalmas de Tende (53 Km / 1633 Hm up / 1970 Hm down)

Eigentlich hatten vor, über de Ligurischen Grenzkamm nach Ventimiglia zum Baden ans Mittelmeer zu fahren. Es kam jedoch anders. Der Reihe nach: Auffahrt über La Brique und die Route de l'Amite auf die Ligurische Grenzkammstrasse. Am Abzweig zum Balcon de Marta (an der verfallen Kaserne) hat man auf ca. 2000m Höhe die ersten Höhenmeter für heute geschafft. Nun geht es auf der Ligurischen Grenzkammstrasse immer leicht bergab, bis zum Passo Della Valletta, auf 1909m gelegen. Hier rechts den Trail bergan abzweigen und nicht der Fahrstrasse folgen. Man umrundet auf der hinteren Seite den Monte Pietravecchia und hält sich in Richtung des Passes Gola D'Incisia (fahrbar, aber ausgesetzt, 1909m, angeschrieben). Es folgt eine ca. 30min. Schiebestrecke durch den Wald hoch zum Passo die Fonte Dragurina. Von hier aus folgen 400 Tiefenmeter allerfeinster Trail. Der Weg zieht sich durch die Bergflanke rüber zum Col de Corbeau auf 1404m. Leider ist einem Carbonfahrer aus unserer Gruppe hier eine Speiche gerissen, diese hat das Felgenbett der Schlauchlosreifen durchschlagen und auch noch den Freilauf und das Schaltwerk ruiniert. Da steh'ste ziemlich mit abgesegte Hosenbeine da. Nach 2 Stunden Umbau war zumindest das Rad als Singlespeeder wieder einsatzfähig, an eine Etappe bis nach Ventimiglia war damit und auch aufgrund des Zeitverlustes nicht mehr zu denken, zumal der letzte Zug in Ventimiglia um 18:45 zurück fährt. Also Umplanen: An berghoch war nicht mehr zu denken. Also runter zum Col du Muraton. Dem Schild zum Madonnenschrein "La Madonna du Orta" folgen und dort auf einen wirklich epischen Trail einbiegen, der hinunter ins Vallee de la Bendola führt. (Saorge ist auch angeschrieben). Man mündet dann in Saorge an die Autostrasse und fährt diese nach Breil runter, von wo aus der Zug zurück nach San Dalmas de Tende fährt. Abends wissen wir nun nicht ob wir traurig sein sollten, dass diese Tagesetappe ans Meer nicht geklappt hat, oder froh dass a.) nicht mehr passiert ist und b.) wir einen so super Trail gefunden haben. Wir haben uns für a.) und b.) entschieden uns ein paar Opfergetränke gespendet, um die Götter für die kommenden Tage gnädig zu stimmen. By the way: nächster Bike Repair, der eine XT von einer Sram unterscheiden kann, ist in Borgo San Dalmazzo (ist aber mit dem Zug ganz gut zu erreichen - Tagestour).

 

Tag 4: Rundtour zum Lac de Meches (34,8 Km / 1718 Hm up / 1700 Hm down)

Technisch ziemlich anspruchsvolle Tour, insbesondere die Downhills haben es in sich und verlangen Fahrtechnik, ansonsten macht die Tour keinen Spass. Los geht's die Autostrasse zum Stausee "Lac de Merves" hoch (1400m). Von der Staumauer fahren wir wieder ein paar Meter zurück um danach in einen Waalweg rechts einzubiegen, der sich stets auf der Höhe entlang zieht. Bis zur Bergerie de Cioto. Danach kreuzen wir den Weg der späteren Abfahrt und tragen etwas weglos das Bike ca. 50 Hm hoch bis wir auf dem Weg zum Mont Bonsapel münden. Am Mont Bonsapel selber hat man einen herrlichen Blick über das gesamte Roya Tal, ein optimaler Platz für eine Mittagsrast. Der Tral runter nach Granile und weiter nach Bergue Superieur gehört mit zum genialsten was das Gebiet zu bieten hat - Fahrtechnik vorausgesetzt. Gefahr von exzessiven Schiebepassagen ist angesagt, wenn man die Tour einfach so nachfährt. Die beiden Dörfer sind einfach nur cool. Die "Hauptstrassen" sind so breit wie bei uns der Hausflur, mit den breiten Endurolenkern muss man schon gut zielen ... Auffahrt auf den Col de Tate: Zunächst entlang der Teerstrasse die kurz hinter Bergue interieur (der Ort heißt wirklich so) auf eine Schotterstrasse abzweigt. Kurz hinter Grange d'Amatte beginnen 400Hm ziemlich ekliger Schieberei, zumal wir umzingelt sind von Milliarden Fliegen. Ab dem Col de Tate geht es nochmals ca. 100Hm hoch bis zur Ruine de Tate von wo aus ein kaum sichbarer Pfad rüber zum Col de la Tranchee abzweigt. Wir wollen nur weg und raus aus dem Fliegenschwarm. Ab ca. 12 Km/h geht es. Vom Col de la Tranche geht nun 700 Tiefenmeter feinsten Endurotrail runter nach Dalmas. Ich muss immer wieder an die armen Geister am Gardasee denken. 

 

Tag 5: Trailtour durch den Foret Communlae der la Brique (31,8 Km / 1024 Hm up / 990 Hm down)

Diesmal nehmen wir als Uphill zur Ligurischen Grenzkammstrasse den Abzweig in La Brigue, und damit den Weg durch das Tal des Rio Secco. Ansonsten ist die Auffahrt bis zur Ligurischen Grenzkammstrasse identisch mit der Etappe des zweiten Tages. An der Grenzkammstrasse fahren wir links leicht bergab und dann am Wegweiser den linken Trail nehmend, leicht uphill - nicht mehr auf der Grenzkammstrasse. Am nächsten Wegweiser den R156 Variante zum Sattel auf 1600m wo wir wieder auf die Grenzkammstrasse treffen. Nach ca. 40m geht links ein Trail nach "La Brigue" herunter, den nehmen wir. Ca. 800 Tiefenmeter feinster Sinkflug, bester Endurotrail, technisch nicht allzu schwierig zu fahren. Ein Traum. Auf dem Dorfplatz in La Brigue kann man diesen tollen Tag ausklingen lassen.

 

Tag 6: San Dalmas de Tende - Borgo di San Dalmazzo (54,4 Km / 1730 HM up / 1734 HM down)

Auf unserer letzten Etappe zurück zum Ausgangspunkt sind wir wiederum das Tal zum Vallee des Merveilles reingefahren, vorbei am bereits bekannten Stausee Lac de Meches. Wir konnten uns davon überzeugen, dass die Fliegenplage immer noch da war und erst schlagarbtig mit der Höhe in Valmasque am Talschluss ein Ende hatte. Dort ändert sich der Untergrund auf Schotter, die Steilheit des Berges aber bleibt. Der Weg zieht einen Bogen durch den Gegenhang, begleitet von herrlichen Blicken zurück ins Tal der Roya. Auf ca. 2050m hat das Spiel dann ein Ende, der Weg zweigt auf einen Trail ab hoch zum Col du Sabion. Zunächst über Hänge und Matten, leicht bis mäßig steil, ist zum Schluss nochmals kurz "Velo Stossen" angesagt, bis auf 2269m die Paßhöhe erreicht ist. Dass wir uns dem Royatal entfernen lässt sich auch an den Trails spüren, der kommende Downhill ist nicht wirklich prickelnd. Bis zum Lago de la Vacca schiebt man ca. 150Hm komplett runter. Ab da geht es zum Fahren, leider sind wir aber in den letzten Tagen eine andere Qualität von Trails gewohnt. Der Trail zieht sich nun das Tal ca. 10 Km weit raus, wird später zum Karren- dann zum Fahrweg und mündet schlussendlich an einem italienischen Feriencamp kurz vor Entracque auf Asphalt. Da wir auch auf dieser Etappe ein Schaltwerk geopfert haben, sind wair den Rest auf Asphalt bis nach Borgo di San Dalmazzo rausgefahren.

 

Der Vollständigkeit halber: Ich übernehme keine Haftung für evt. Schäden, Unfälle. Nachfahren der Tour ausschliesslich auf eigene Gefahr. Immer schön hübsch ordentllich an mögliche Fahrverbote halten. Eventuelle Streckensperren sind zu beachten, ein Befahren befolgt auf eigene Verantwortung.

 

 

Weitere Informationen:

http://www.starcare.de

Tour Galerie

Tour Karte und Höhenprofil

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